31 neue Ideen für die Rhön – Investitionsbedarf in Thüringer Tourismus

Gastbeitrag von Regina Filler

Im ländlichen Ambiente der Rhönlandscheune Dermbach und bei sommerlich heißen Temperaturen fand am vergangenen Dienstag die diesjährige Mitgliederversammlung des Rhönforum e. V. statt.

Neben einem Rückblick auf die bisherige Vereinsarbeit standen insbesondere die nächsten Schritte zur Entwicklung neuer touristischer Vorhaben im Mittelpunkt.

Auf diese verständigten sich die Mitglieder einstimmig. Das Rhönforum wird sich nun verstärkt für die Akquise von Fördermitteln des Landes, des Bundes und der Europäischen Union einsetzen.

Zu Beginn der Mitgliederversammlung standen Berichte zur Vereinsarbeit im Geschäftsjahr 2025 sowie die Entwicklung im laufenden Jahr 2026 auf der Tagesordnung. Ebenfalls wurde als neues Mitglied der Verein alfi-museum e.V. Fischbach begrüßt.

Der Vorsitzende des Rhönforum e. V., Landtagsabgeordneter Martin Henkel, berichtete, dass im Jahr 2025 zahlreiche Kooperationen mit regionalen Partnern wie der Rhön GmbH, dem Rhönklub, der Thüringer Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, ThüringenForst sowie zahlreichen ehrenamtlichen Vereinen der Region im Mittelpunkt der Vereinsarbeit standen.

Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist unter anderem die gemeinsame Vorbereitung des 20-jährigen Jubiläums des Premiumwanderweges DER HOCHRHÖNER, das in diesem Jahr begangen wird.

Bereits in den ersten Monaten des Jahres konnten Fördermittel für den Ersatz von Informationstafeln entlang des HOCHRHÖNER im Wartburgkreis beantragt und bewilligt werden.

Zudem unterstützte das Rhönforum den Verein für Heimatpflege, Wandern und Wintersport e. V. Ellenbogen erfolgreich bei der Beantragung von Fördermitteln für den zweiten Bauabschnitt des Friedensweges im Bereich Rhönblick - Birx.

Beide Vorhaben werden aus dem LEADER-Regionalbudget der Regionalen Aktionsgruppen Wartburgregion und Henneberger Land finanziert.

Die Beschlussfassung zu den Haushalts- und Arbeitsplänen sowie die Entlastung des Vorstandes erfolgten einstimmig.

Neue Investitionsoffensive angestoßen

Das zentrale Thema der Mitgliederversammlung war jedoch die Frage, wie die touristische Attraktivität der thüringischen Rhön weiter gesteigert werden kann.

Die Region steht dabei im Wettbewerb mit anderen Mittelgebirgsregionen, insbesondere mit den hessischen und bayerischen Teilen der Rhön. Dort wurde in den vergangenen Jahren erheblich in die touristische Infrastruktur investiert.

Im Thüringer Teil der Rhön besteht dagegen weiterhin deutlicher Nachholbedarf. Aus diesen Gründen hat das Rhönforum bereits im Herbst 2025 eine neue Investitionsoffensive angestoßen.

Bereits in den Jahren 2010 bis 2015 war es gelungen, zusätzliche Fördermittel von rund zehn Millionen Euro für touristische Infrastrukturprojekte in die Region zu holen.

An diesen Erfolg möchte das Rhönforum nun anknüpfen. Vereinsvorsitzender Martin Henkel führte hierzu seit 2025 mehrere Gespräche mit dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, insbesondere mit Ministerin Colette Boos-John sowie Staatssekretär Marcus Malsch.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Förderung ist jedoch ein abgestimmtes Vorgehen der beteiligten Akteure sowie die Entwicklung konkreter Projekte und Konzepte.

Der bisherige Projektentwicklungsprozess verlief wie folgt:

27. Oktober 2025: Erste interkommunale Abstimmung mit Einigung zur Erarbeitung eines neuen Entwicklungskonzeptes als Grundlage für Fördermittelanträge und touristische Großprojekte.

November 2025: Beginn der konzeptionellen Arbeiten und interkommunalen Abstimmungen.

Dezember 2025: Workshop zum Start der SWOT-Analyse.

23. Februar 2026: Aufruf an die Mitglieder des Rhönforum e. V. zur Einreichung konkreter Projektideen.

ab 19. März 2026: Erste Projektsichtungen.

30. März 2026: Sitzung der Themengruppe mit Beratungen zu den eingereichten Projekten.

März bis Mai 2026: Projektgespräche mit Kommunen, Unternehmen und Vereinen.

April bis Juni 2026: Qualifizierung der Projektideen und Erstellung eines Gesamtkonzeptes.

11. Mai 2026: Vorstellung der Projektideen im Rahmen einer Vorstandssitzung.

Mit der Beschlussfassung der Mitgliederversammlung am 26. Mai wurde der weitere Weg festgelegt. Ergebnis ist eine Projektliste mit insgesamt 31 Projektideen.

Diese werden nun weiter bewertet und priorisiert. Ziel ist es, geeignete Vorhaben bereits in diesem Jahr für eine Fördervoranfrage vorzubereiten.

Die entsprechenden Anträge, die bereits fachlich und regional abgestimmt sein müssen, sind bis zum 31. August 2026 bei der Thüringer Aufbaubank einzureichen.

Parallel dazu erfolgt gemeinsam mit den Kooperationspartnern die Erarbeitung eines vertiefenden Feinkonzeptes für die gesamte Region. Die Hoffnung der Beteiligten ist groß, dass bereits Anfang 2027 erste Projektanträge gestellt und Fördermittel bewilligt werden können.

Für sämtliche Vorhaben müssen bereits im Rahmen der Fördervoranfrage Genehmigungsfähigkeit, nachhaltiger Betrieb und langfristige Nutzung nachgewiesen werden.

Touristische Entwicklung des Thüringer Teils der Rhön nachhaltig stärken

Bis August 2026 können weitere Projektideen eingereicht und durch den Vorstand des Rhönforum e. V. bewertet werden. Gesucht werden Vorhaben, die die touristische Entwicklung des Thüringer Teils der Rhön nachhaltig stärken.

Die Bandbreite der bislang vorgeschlagenen Projekte reicht von der Modernisierung und Erweiterung bestehender Angebote über die Entwicklung neuer touristischer Ortsmittelpunkte, Camping- und Freizeitangebote sowie multifunktionaler Einrichtungen bis hin zu den Themen Barrierefreiheit, Digitalisierung und nachhaltige Infrastruktur.

„Wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit der thüringischen Rhön langfristig sichern wollen, müssen wir jetzt investieren. Die vorliegenden Projektideen zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial unsere Region besitzt.

Unser Ziel ist es, in den kommenden drei Jahren mindestens 15 Millionen Euro zusätzlicher Investitionen in die touristische Infrastruktur der thüringischen Rhön auf den Weg zu bringen.

Davon profitieren nicht nur unsere Gäste, sondern auch die heimische Wirtschaft, das Gastgewerbe, unsere Vereine und letztlich die gesamte Region“, so der Vorsitzende des Rhönforum e. V., Martin Henkel zum Abschluss der Mitgliederversammlung.